Frau Zerres sitzt in ihrem Zimmer, als die Clowns zu Besuch kommen. Sie beschwert sich, dass ein Dieb ihr Zimmer betreten und sie bestohlen habe. Irrmi holt aus ihrem großen Koffer ein laute Hupe und drückt sie Frau Zerres in die Hand. "Jetzt üben wir mal, wie sie mit der Hupe den Dieb verjagen können."

Die Clowns verlassen das Zimmer und kommen auf leisen Sohlen zurück geschlichen. Plötzlich betätigt Frau Zerres die Hupe, woraufhin die Clowns sehr erschrocken das Weite suchen. Da muss Frau Zerres so lachen, dass ihr ganzer Ärger über den "Dieb" verflogen ist.

 

 

Frau Peters sitzt allein im Aufenthaltsraum. Die Clowns tun, als würden sie Frau Peters nicht sehen und suchen sie überall. "Frau Peters, wo sind Sie?" rufen sie laut. "Unterm Tisch? Nein! in der Schublade? Nein! In der Abstellkammer? Nein!" Als sie den Kühlschrank mit dem Gemüsefach öffnen und die Tomaten hochhalten, ruft Frau Peters, die schon sehr dement ist: "Hier bin ich!" "Oh, Frau Peters hat sich in eine Tomate verwandelt," kommentieren die Clowns. "Wie lebt es sich denn so als Tomate, Frau Peters?"

"Prima geht es mir!" Es entspinnt sich ein herrlicher Dialog zwischen der "Tomate", gesprochen von Frau Peters, und den Clowns. Alle kommen aus dem Lachen nicht mehr heraus.

 

Seit anderthalb Jahren bekommt Herr Reibach, 90 Jahre alt, nun schon Besuch von den Clowns. Er war früher Internist und als Chefarzt in einem großen Krankenhaus tätig.

Wir lernen Herrn Reibach als sehr höflichen und wohlwollenden Menschen kennen. Wir Clowns dürfen ihm ein kurzes Ständchen bringen und werden dann auf elegante Weise gleich wieder von ihm verabschiedet. Dabei strahlt er so viel Güte aus wie ein Großvater, der sich über den Eifer seiner kleinen Enkelkinder freut, die ihm an Weihnachten etwas auf der Blockflöte vorspielen. Sein Kommentar "Schön" kommt von Herzen, aber mit einer gewissen Distanz.

So verlaufen während des ersten Jahres unsere Besuche bei ihm. Seine Demenz verstärkt sich langsam, aber stetig. Als ich bei einem Besuch das Thema Medizin anspreche, schaut er mich nur verständnislos an. "Nun spielt mal schön," fordert er uns stattdessen auf, nun zum eigentlichen Sinn unseres Besuchs zu kommen.

Der Tag seines 90. Geburtstages ist genau passend auch unser Besuchstag im Seniorenheim. Wir schmücken das Zimmer von Herrn Reibach mit bunten Luftballons, die wir bemalen und beschriften. Er freut sich darüber, und wir sind angenehm überrascht, dass er nun außer Singen auch andere Impulse, die von uns Clowns kommen, zulassen kann. Von nun an entsteht bei jedem Besuch mehr Raum für unsere Spielideen. Mehr und mehr kann Herr Reibach eine neue Seite in sich zulassen und mit viel Spaß mit uns teilen, nämlich seine Spielfreude.

Bei jedem Abschied müssen wir ihm nun versprechen, auf jeden Fall wiederzukommen.

Bei unserem letzten Besuch hatte meine Kollegin die Idee, eine Phantasiegeschichte zu erzählen. Sie begann mit der Beschreibung einer Blumenwiese. Als sie die Geschichte mehr und mehr ausschmückt, gibt Herr Reibach plötzlich ein tiefes Brummen von sich. "Oh, ein großer Bär taucht auf", greife ich seinen Impuls auf. Immer wieder ertönt das tiefe Brummen, das wir sofort in die Geschichte einbauen.

Herr Reibach lacht und freut sich diebisch, dass er uns mit seinem Brummen immer wieder aus dem Konzept bringen kann. Er ist glücklich wie ein kleiner Junge, der die Erwachsenen ein bißchen geärgert hat.

Wir Clowns sind ebenso glücklich und freuen uns schon auf den nächsten Besuch.

 

Frau Hauff ist aufgrund ihres hohen Alters sehr gebrechlich und dementiell stark verändert. Sie sitzt in sich zusammengesunken in ihrem Rollstuhl. Um mit ihr auf Augenhöhe zu sein, setze ich mich vor sie auf den Boden.

Von ihrem Sohn hatte ich vor dem Besuch erfahren, dass seine Mutter bereits als junge Frau den elterlichen Bauernhof zu führen und die Arbeiter zu beaufsichtigen hatte. Er beschreibt sie als energisch und zupackend.

Zunächst fällt es mir schwer, zu Frau Hauff einen Kontakt herzustellen, denn sie bleibt in ihrer eigenen Welt, zu der ich keinen Zugang finde, und dämmert vor sich hin.

Dann folge ich einem spontanen Impuls und lege mich vor sie auf den Boden. Ich strecke ihr die Hand entgegen und rufe: „Frau Hauff, Sie müssen mir helfen. Ich komme nicht mehr hoch!“

Sie reagiert prompt, packt meine Hand und mit gemeinsamer Kraftanstrengung gelingt es uns, dass ich vom Liegen wieder ins Sitzen und dann zum Stehen komme.

Frau Hauff ist nun hellwach und die Verblüffung über das, was gerade geschehen ist, ist ihr ins Gesicht geschrieben. Dann muss sie herzlich lachen.

 

 

 

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